Ein Nicht-Sehender ging auf einem einsamen Weg entlang und gelang an eine Kreuzung. Er blieb vor der Kreuzung stehen, hielt inne, lauschte, wartete ein Weile, tastete vorsichtig mit seinem Blindenstock, die Ecken und Kanten und Hindernisse vor der Kreuzung ab.
Er blieb stehen um neben sich zu lauschen."Ich weiß dass jemand neben mir steht" sagt er laut.

"Ich kann Sie nicht sehen, aber ich ahne, dass Sie mir nichts böses wollen. Könnten Sie mich bitte über diese Straße führen, sie scheint sehr befahren zu sein."
Der Gehörlose sah dass jemand neben ihm stand und sagte: "Ich kann Sie zwar nicht hören, aber die Straße ist sehr befahren, sollte ich Sie nicht über die Straße begleiten?"
Der Nicht-Sehende atmete auf und lächelte dankbar und ließ sich vertrauensvoll über die Straße führen. Auf der anderen Straßenseite stand ein Mann der zwar sah und hörte, aber er hatte keine Stimme. Seine Lippen bewegten sich, aber die Worte hatten keinen Klang.

Er hätte die beiden gern nach dem Weg gefragt, aber er wusste nicht ob sie ihn verstehen würden. Verzweifelt sah er sie an.

Der Der Nicht-Sehende sagte zum Gehörlosen: "Ich weiß du hörst mich nicht, aber ich ahne dass da jemand steht"
Der Gehörlose sagte" Da steht jemand und schaut uns hilflos fragend an. Ich weiß du siehst ihn nicht, aber ich frage ihn mal ob er Hilfe bräuchte."
Der Blinde fragte den Mann ohne Worte:
"Sollen wir dir den Weg zeigen? Du musst nur über die Straße gehen und da geht ein Weg gerade aus weiter"
Der Stumme nickte dankbar und seine Augen leuchteten vor Freude auf und sein Lächeln verstand der Gehörlose und der Blinde ahnte es. Jeder setzte seinen Weg fort. Nicht-sehend, gehörlos und wortlos – und doch sehend, hörend und mit vielen klingenden Worte.