Eine Dramatisierung des lyrischen Werkes von Ludwig Achim von Arnim. In Dialogform zwischen Mond und Reiter….

Reiter:
Von dannen schied mein zweites Herz
Verspüre reitend auf meinem Schimmel
Den nun entstandenen Liebesschmerz
Und wende meinen Blick dem Himmel
Hinauf empor zum Sternenglanz
Und will erblicken, oh dich Fortuna
Wie ich ersehnend voll und ganz
Was du mir bringst, ob Fern, ob Nah
Einzig träumend vernimmt mein Geiste
Was dort am Himmel geschrieben steht
Sagt es mir doch auf keinster Weise
Was in mir pocht, was in mir fehlt
Doch sehe ich am Himmelsende
Im rötlichen Gewandt
Der Luna ihre Tageswende
Und wünscht ich wär’ mit ihr verwandt
Gedankenverloren erblicke ich
Wer vor meinem Gaule steht
Ihr Haar erglänzt im rötlichen Licht
Und treibt wo der Wind hinweht
So schön, so echt, so wunderbar
Die Göttin nun auf Erden
Ist das tatsächlich nun auch wahr?
Was soll aus meinem Geist nur werden.

Luna:
Nun ich bin hier um dir zu sagen
Mitgefühl für deine Trauer
Wollts nicht über den Himmel wagen
Da die Welt im Nebelschauer.
Oh du ärmlich scheinend Wesen
Deiner Tränen sind wahrer Leiden
Lässt mir zeigen was gewesen
In meinen Gedanken so großen Weiten
Ich verehrte einst Apoll
Den großen Herrn der Sonne
Doch war mein Übermut so voll
Dass ich in größter Wonne
Die ganze Welt in Schatten hüllte
Allein durch einen einz’gen Kuss
Den ich mit ihm am Tag verführte.

Reiter:
Vergleichst du deiner Schmerzen muss
Mit meinen Sterblichen Erleiden?
Willst doch nicht etwa was verfechten
Und etwas über Liebe weinen?

Luna:
Auch Göttern kann die Gunst brechen.
Nun zeig mir was die Welt dir bringt
Wenn ich am Firmament erstrahle
Und eine Nachtigal ersingt
Das Leben deiner dir ausmale
Nun warte bis die Nacht beendet
Dein Schmerz wird bald verglühen
Denn jeder Liebeskummer ist verendet
Wenn man im Geiste nichts mehr kann fühlen

Reiter:
Du Schwester von dem ersten Licht
Du Bild der Zärtlichkeit in Trauer
Der Nebel schwimmt mit Silberschauer
Nun um dein reizendes Gesichte
Sei mir nur heute Nacht ein Trost
Solange mein Schatten durch dich
Am Boden schwebt und dort erbost
Vor deinem Angesicht

Luna (nun am Horizont):
Dies ist die letzte Nacht auf Erden
Erkennst du jetzt in ängstlicher Not
Du wirst mit ihr wieder eins werden
Denn Fortuna schenkt dir noch heute den Tod