Du hast ein Tuch um meine Augen geschlungen, so daß ich nun erwartungsvoll in völliger Dunkelheit sitze.

Meine Lippen zittern vor Aufregung, ich habe keine Ahnung, was mich erwartet.

"Keine Angst," hast du gesagt, "es tut nicht weh. Genieße es einfach." Das ist leichter gesagt als getan. Ich höre deine Geräusche in der Küche und versuche zu erahnen, was du gerade tust. Ein Teller klappert, die Kühlschranktür wird geöffnet, ein Löffel (oder ist es ein Messer?) schlägt klirrend gegen Glas.

Deine Schritte gehen auf und ab, vermutlich vom Kühlschrank zum Tisch. Ich zähle die Schritte, zwei, drei, dann bleibst du stehen. Richtig, da steht der Tisch, am Fenster. Ich höre, daß du etwas aufreißt, dickes Papier, vielleicht sogar Pappe. Das Rascheln von Alufolie oder Plastik.

Langsam werde ich etwas ruhiger, lasse mich in die Kissen des Sofas zurücksinken und versuche nicht zu mogeln. Leichter gedacht als getan. Immer wieder zuckt meine Hand aufwärts, greift an das Tuch und will es herunterziehen, nur ein ganz kleines Stückchen, nur damit ich sehen kann, was du gerade machst. Ob das Licht noch an ist. Ob die Kerze brennt, die du vorhin aus dem Schrank genommen hast.

Aber ich beherrsche mich, lasse die Hand immer wieder sinken und rühre das Tuch nicht an. Meine Augen sind ja sowieso geschlossen, trotzdem will ich dauernd zwinkern. Muß ich gar nicht. Wie ich wohl aussehe mit diesem alten schwarzen Tuch um den Kopf?

Nur an die Augenbrauen will ich fassen, ich gucke nicht, mogeln ist nicht mein Ding. Ich will nur wissen, ob meine Augenbrauen verdeckt sind durch das Tuch, ich kann es nicht fühlen.

"Schatz? Du guckst doch nicht etwa?" Wieso werde ich denn jetzt rot? Ich habe nicht geguckt. "Unsinn," versichere ich und taste vorsichtig mit der Hand auf dem Sofatisch vor mir herum. Wo stand denn jetzt dieses Glas?

"Ich habe Durst!" Dein Lachen ertönt aus der Küche, dann höre ich Schritte, die in meine Richtung kommen. "Warte, ich geb dir was." Zischend öffnest du die Flasche, nimmst das klirrende Glas vom Tisch und ich höre das sanfte Glucksen der Flüssigkeit.

Ich strecke die Hand aus, einfach geradeaus. Wie hilflos man doch ist, wenn man nichts sehen kann. Ich öffne die Hand und warte einfach darauf, daß du mir das Glas gibst. Und da fühle ich es, kalt und starr drängt es zwischen meine Finger. Ich schließe die Hand um das eisige Glas und führe es an meine Lippen. Gar nicht so einfach. Ich muß die zweite Hand zu Hilfe nehmen. Du lachst mich aus, das macht mich wütend. "Ich sehe nichts!" klage ich, nachdem ich geräuschvoll getrunken habe. Jeder Schluck dröhnt in meinen Ohren, entsetzlich.

"Ich bin gleich fertig," tröstest du und ich höre wieder die Schritte, die in die Küche verschwinden. Einige Minuten lang klapperst du noch, während ich in der Finsternis meinen Gedanken nachhänge.

Plötzlich ertönt Musik. Ich habe dich nicht hereinkommen hören. Das macht mir Angst. Ich spüre, daß du dich mir näherst, ein seltsames Gefühl. Ich kann dich weder hören noch sehen, und doch weiß ich, daß du da bist.

Mein Herz klopft schneller vor Aufregung. Jetzt fühle ich deinen Atem ganz nah, direkt an meinem Hals. Deine Lippen streifen sacht über meine Haut, ich erschauere.

Etwas kühles, angenehm zartes legst du auf meine Lippen. Ich öffne den Mund, aber du fährst mit diesem kühlen Ding darüber und hinderst mich daran, meine Zunge herauszustrecken um es schmecken zu können.

"Was ist das?" will ich fragen, doch dein Finger verschließt meinen Mund. Du nimmst das kühle Etwas von mir, um es kurz darauf über meinen Hals gleiten zu lassen. Jetzt ist es feucht. Ich kichere, ahne, was es ist. Aber ich sage nichts, lasse es einfach geschehen.

Ich fühle genau die Spur, die es hinterläßt, sie wird warm und langsam flüssig auf meiner Haut. Dann gleitet deine Zunge darüber, sanft und gleichzeitig gierig leckst du die Spur wieder von mir. Mein ganzer Körper zittert, voller Erwartung recke ich mich dir entgegen.

Du läßt es wieder über meine Lippen fahren, es schmilzt und zerfließt langsam, zähflüssig, ein winziger Tropfen gerät an meine Zungenspitze. Wahnsinnig süß. Schokolade!

Ich zwänge die Zunge durch meine Zähne, um sie aufzulecken, doch deine Lippen pressen sich auf meine, deine Zunge fährt langsam über meinen Mund und lutscht die Schokolade ab. Dann dringt sie in mich ein, verteilt die Süße in meinem ganzen Mund. Ich atme schwerer, sauge gierig an dir, um sie aufnehmen zu können.

Deine Hände verreiben die zarte Süßigkeit auf meinen Brüsten, du preßt deinen Oberkörper an mich und läßt sie schmelzen. Aufreizend langsam bahnt sie sich ihren Weg durch meine kleine Spalte, kitzelt und läßt mich erbeben.

Meine Hände greifen nach oben, an meinen Kopf, wollen das Tuch herunterreißen. Doch du bist schneller als ich, faßt meine Hände und hinderst sie daran, mich aus der Dunkelheit zu befreien. "Bitte," flüstere ich leise, kann es kaum noch ertragen, will dich ansehen, anfassen, küssen.

Doch du antwortest nicht, deine Hände umklammern meine Unterarme und pressen sie auf das Sofa. Hilflos gefangen gebe ich mich deiner Zärtlichkeit hin, genieße deine sinnliche Zunge, die sanft und hingebungsvoll die geschmolzene Schokolade von meinen Brüsten, meinen Brustwarzen saugt.

Du verteilst immer mehr von der mitterweile warmen Süßigkeit auf meinem Körper, auf meinem Bauch, zwischen meinen Schenkeln. Ich spüre dein Eindringen, fühle die schwarze klebrige Masse in mir, du hast sie tief in mich hineingeschoben um sie nun mit deiner ganzen Leidenschaft aus mir herauszulutschen. Ich stöhne laut auf, umklammere dein Haar und höre auf zu denken.

Bilder von ausgedehnten Frühstücksorgien im Bett tauchen vor mir auf, du leckst das Messer ab, an dem noch Reste der Schokocreme kleben. Pfeilschnell schießt die rosige Zunge hervor, um kurz darauf wieder im Mund zu verschwinden.

Sie wird schneller, gieriger, leidenschaftlich wirbelt sie mich durcheinander, befreit mich von der zähflüssigen Schokolade. Meine Schenkel zittern, ich spüre meine Knie nicht mehr, als dieses unwillkürliche Gefühl durch meinen Körper fährt. Ich schreie laut auf, und endlich läßt du von mir ab, dringst mit all deiner Härte in mich ein noch tiefer in meinem Leib und erlöst mich von der Lust…..