Category: Geschichten!


timba war ein kleiner drache, der den wunsch hatte aus seinem drachenalltag auszubrechen, seine sehnsuchtsvollen träume wahr werden zu lassen …er war es leid immer die erfahrung zu machen verletzt und ausgelacht zu werden …weil er war ja so niedlich und klein …und er konnte kein feuer spucken …er war sooo traurig …

eines tages als er gerade seine höhle aufräumte kam shini eine wundervolle zauberin …sie hatte ein blaues kleid an …ihr gesicht wie aus samt und seide …ein heller schein umgab sie …der kleine drache rieb sich die augen und staunte …er sah süss aus der kleine drache …nur feuer sprucken konnte er nicht …

sie sprach ganz langsam und bedächtig zu dem kleinen drachen …sie sagte kleiner drache timba …sei nicht traurig …weisst du timba, es gibt andere drachen die ständig behaupten das glück gefunden zu haben und feuer spucken können …und sind sooooo unzufrieden …

hmm, der kleine timba überlegte …was meinte shini wohl damit?

shini´s worte drangen tief in das herz des kleinen drachen timba ein …er merkte das die zauberin viel vom leben verstand …

shini sagte …leben, ist wie feuer …du kannst dich daran verbrennen, aber wenn du das feuer in deinem herzen hast …dann wirst du glücklich sein, auch wenn du traurig bist …

der kleine drache kratzte sich am kopf und traute sich aber dann doch schliesslich eine frage zu stellen …wie macht man das denn …leben???

shini sah ihn liebevoll an und sagte …das tust du längst timba …wie bitte? …der kleine drache glaubte nicht recht gehört zu haben …ja sagte shini …du tust es bereits …du hast dich getraut der sehnsucht und den tränen einen platz in deinem herzen zu geben …du hast deine einsamkeit gespürt …du hast dir eingestanden, dass du angst hast …du hast anderen vertraut …du hast dich verwunden lassen …und du hast geweint …du hast tiefer gehen und höher fliegen wollen …du hast scheinbar sicherheit aufgegeben und du hast dich verwunden lassen …

das ist doch auch leben, auch wenn du deinem ziel jemals feuer spucken zu können nicht näher gekommen bist …aber timba denk mal dran, vielleicht ist ja das unterwegssein wichtiger als das ankommen …

shini sprach zu dem kleinen drachen, wenn du jetzt schlafen gehst wirst du einen wunderbaren traum haben …dafür werd ich sorgen …der traum wird von der zukunft handeln …du wirst einer katze begegenen und die zu dir sagen wird, ich hab dich lieb …sie wird -sonnenschein- heissen die kleine katze …sie ist unendlich lieb süss und zart …und sie wird einen weg wissen dir das feuerspucken zu ermöglichen …meine macht kleiner timba, ist damit zu ende …ich wünsche dir, dass sich deine träume erfüllen werden …werde der, der du gern sein willst, nicht der …den andere gerne hätten …

und nicht zuletzt timba, hab mich lieb/hab dich lieb, wird dein leitspruch für deinen zukünftigen weg werden …habe dich ein wenig selbst lieb, dann werden dich auch die anderen lieb haben …und dass mit dem feuerspucken kommt von selbst …

shini sah den kleinen drachen liebevoll an und fügte noch hinzu, wenn du mal einen freund brauchst …ich bin für dich da …aber vergiss nicht, ich werde nie deinen weg gehen können …

shini verschwand …

gegen mittag wurde der kleine timba sehr müde und legte sich auf ein nickerchen hin …

…schlaf übermannte ihn …die welt begann sich zu drehen …er sah glückliche feuerspuckende drachen …alte und junge …kleine und grosse …er sah sich und erinnerte sich an die worte seiner freundin shini …

…plötzlich raschelte es im gebüsch …sie war so süss, schwarzes samtiges fell, weisse pfötchen …süsses kleines weibliches katzengesicht …irgendwas freches in den kleinen bernsteinfarbenen katzenaugen …

hi timba mein name ist -sonnenschein- …wie geht es dir …timba kratzte sich am ohr, er wusste nicht was er sagen sollte …so eine schöne katze …

…entschlossen wandte sich sonnenschein ab und lief langsam in den wald …dort drehte sie sich nochmal um und winkte zu timba hinüber …

timba lief hinterher und atmete die würzige waldluft ein …es tat so gut wieder mal unterwegs zu sein …so gut

die traurigkeit in seinem herzen wich langsam der neugier und spannung was wohl jetzt alles auf ihn zukommen würde …

der kleine drache fing an zu tanzen, er wiegte sich zärtlich hin und her und streichelte die luft …er tanzte einfach …er hatte soviel melodie in seinem herzen …er setzte ganz behutsam seine pfoten auf den waldboden um nur ja die melodie in seinem drachenkopf nicht zu verjagen …

schön dachte der kleine drache, einfach nur schön …er fühlte sich sooo wohl …ja sagte er, dass ist das was ich immer wollte …eins sein, mit der melodie …

…leise verklang die melodie in seinem herzen …die verzauberung in seinem geiste löste sich behutsam von dem kleinen drachen …

…sie stand da, mitten im wald …eine wunderschöne katze …einen herzschlag lang dachte timba er wäre am ziel …und er wusste doch, dass es nur bedeutete, dass er nicht angekommen war, sondern nur neu unterwegs war …aber er sagte zu sich …es ist gut so …er hatte sich in die kleine -sonnenschein- verliebt …er war irgendwie traurig, den er war ja ein kleiner drache und sie war eine katze …und so süss …

er wusste sie lässt sich nicht festhalten …er würde sie nie besitzen können …die sehnsucht diese brennende sehnsucht in seinem herzen …und die melodie die immer wieder erklang …

sonnenschein war verschwunden …

der kleine drache drehte sich um und ging zu dem baum zurück, unter dem sie gelegen hatte …sonnenschein war verschwunden …hatte er geträumt …wo war sie?? …was war los?? …hat sie aufeinmal angst bekommen?? …ja, ja …dachte er, alle haben angst vor mir …sie denken ich wäre ein feuerspuckender drache …mhhh …

timba wurde unendlich traurig …was war passiert …er sehnte sich jetzt sehr nach seiner freundin shini ..was würde sie ihm jetzt sagen, könnte sie ihm helfen??

hm, sagte er zu sich …sei tapfer timba …noch scheint zwar die sonne ohne den weg in dein herz zu finden …noch …

timba wunderte sich das sonnenschein aufeinmal weg war …

ja der kleine drache war sehr verliebt …er vergass ganz und gar, dass er immer noch nicht in der lage war feuer zu spucken …

aber dass war ihm jetzt soooo egal …sein herz war voll von wonne …die gefühle seiner kleinen drachenseele spielten verrückt …er fühlte sich so als ob er nur noch tanzen und lachen wolle …er fühlte sich soo gut …aber wie soll es denn weitergehen …wo war den sonnenschein nur hingegangen? hm, er wollte die dunklen wolken die in seinem kopf hochzogen und langsam von ihm besitz ergreifen wollten nicht zulassen …er liess sie einfach nicht zu …

shini sah wundervoll aus …plötzlich war sie da …sie war timbas beste freundin geworden …sie wusste immer rat um dem kleinen timba helfen zu können …wusste sie es auch diesmal?? …konnte sie ihm helfen??

shini sah dem kleinen timba tief in seine traurigen kugelrunden drachenaugen …

mhhh, timba sag mal kleiner drache, weisst du was liebe ist?

weisst du was es bedeutet zu lieben?

der kleine drache kratzte sich verlegen in den wenigen haaren auf seinem drachenkopf …mhh, er konnte es nur ahnen …

shini nahm ihm die antwort ab …ja, kleiner timba …so wie du jetzt empfindest …genau dass, ist das gefühl der liebe …

hmm, timba schaute shini verwundert an …woher weisst du??

shini lächelte nur …ihr feines liebliches gesicht bekam leicht verschmitzte züge …sie sah irgendwie wie eine freche zauberin jetzt aus …aber so unendlich warmherzig und mit sanfter stimme kam jetzt das rüber, was sie timba sagte …

leg dich hin kleiner timba …ich erzähl dir was über die liebe …

timba legte sich aufs gras …

weisst du timba, die wahre liebe erkennt man immer an der dauernden unruhe dessen der liebt …

timba verstand nicht so ganz, traute sich aber nicht zu fragen …sie war seine freundin, er vertraute ihr …sie wusste bestimmt was richtig und falsch war …sie bestimmt …

das glück in den augen des anderen lesen …ja, immer lesen zu wollen, das ist liebe …fuhr shini fort …

auch das verstand timba nicht …dennoch lauschte er mit angelegten drachenohren den worten shinis …

weisst du fuhr shini fort …liebe ist das schönste was deinem kleinen drachenherz wiederfahren kann …sie ist eine freiwillige gabe, die sehr zerbrechlich ist …wahre liebe verträgt alles …sie glaubt alles …sie hofft auf alles …und sie duldet alles …

es ist viel wichtiger ohne glück …als ohne liebe zu sein …

hm, timba überlegte kurz …sollte das etwa eine anspielung sein, weil er kein feuer spucken konnte ..mhh …

wenn sich augen in augen stehlen …tränen in tränen vermählen …ja, kleiner timba das, genau dass, ist liebe …

du sollst lieben um zu verstehen und niemals verstehen um zu lieben …

shini näherte sich timba mit leisen schritten …ihre kleinen zarten füsse versanken unmerklich im mittlerweile von der einbrechenden nacht feucht gewordenden gras …

ihre kleinen hände berührten den kleinen drachen …streichelten ihn sanft …sie schaute ihm tief in die augen …timba, warte ab …es wird alles gut …wenn du das was ich dir gesagt habe beherzigst …ganz bestimmt …

shini war plötzlich weg …mhhh, das waren worte die der kleine drache nicht verstand …er richtete sich auf, streckte die glänzende drachennase in den frischen abendwind …er fühlte sich irgendwie wohl …

er begann zu überlegen …

timba sass noch lange im mittlerweile feucht gewordenen gras …ihm war sehr warm um sein kleines drachenherz …er schnupperte die wohlriechende waldluft …er fühlte sich so unendlich gut, denn jetzt wusste er, dass alles gut werden würde …er fühlte es irgendwie …

er wusste das sonnenschein gegangen war um wiederzukommen …nur deswegen war sie doch gegangen um wiederzukommen …

oder war es nur weil er es sich so sehr wünschte?? …hatten seine träume und sehnsüchte von ihm so stark besitz ergriffen??

ihm fielen die wunderbaren worte seiner freundin shini ein …hm, was hatte sie nicht alles über die liebe gesagt …

er versuchte sich an jedes einzelne wort zu erinnern …wunderbare worte deren sinn er so ganz langsam zu verstehen glaubte …hm, ja die liebe …sein kleiner drachenbauch fühlte sich an, als ob er prallgefüllt wäre mit hundertausenden von schmetterlingen …ein wunderschönes wohliges gefühl überkam ihn …

erst leicht dann immer schwerer werdende müdigkeit überkam ihn …sein kleiner drachenbauch hob und senkte sich gleichmässig …er versank in einen wunderschönen traum …der kleine drache betrat das traumland …

es war ein wunderschöner morgen …die vögel waren auch schon erwacht und sangen das lied des noch so jungen tages …tau auf den blättern …sanfte sonnenstrahlen des anbrechenden tages brachen sich in ihm …der kleine drache reckte und streckte sich …mhh, hatte er gut geschlafen …

als er gerade daran dachte, sich ein drachenfrühstück zu besorgen, hörte er ein rascheln im gebüsch …leise kaum hörbar ..mh, war es der wind oder waren es die umtriebigen waldmäuse …hmmm …

ein blitz durchfuhr ihn …er war wie gelähmt …sonnenschein …sie war es …sonnenschein …

sein kleines drachenherz blieb fast vor freude stehen …alles in ihm tobte …seine wenigen drachenhaare auf dem kopf richteten sich gen himmel …seine kleinen kugelrunden drachenaugen begannen so hell zu leuchten …der süsse schlaf der ihm noch in den gliedern sass, wich schnell …

sie kam langsam auf ihn zu …berührte ihn mit ihren so zarten pfötchen …timba, ich bin da …hier bin ich …

timba bemerkte auch die freude die sich hinter sonnenscheins wunderschönen augen verbarg …ja, sie war da …was sollte sie jetzt noch voneinander trennen …timba war wie gelähmt vor freude …mhhh …

wie kleine blitze kamen ihm immer wieder shinis worte in den kopf …shini hatte recht …dass musste es sein …liebe …mehr als tausend worte …mehr als blicke …mehr als berührung …mehr als einklang …mehr als alle sprachen dieser welt zu sagen vermögen …empfand der kleine drache in diesem moment …

…eine unendliche wärme duchflutete den kleinen drachen …ach, wie unwichtig war doch in diesem moment die tatsache, dass er kein feuerspuckender drache war …er war sooo glücklich …er wünschte sich nichts sehnlichster als mit sonnenschein einfach nur lachend und singend durch den mittlerweile sonnendurchfluteten wald zu laufen …zu lachen …spass zu haben …und glücklich zu sein …das weiche moos unter den füssen zu spüren …eben alles mit sonnenschein gemeinsam zu machen …

…wie gerne würde er sonnenschein die kleinen gnome am drachenfluss zeigen …olak den alten mann …bastian den zwergbiber …henry den riesen …und …und …und …

sonnenschein schlang ihre kleinen katzenpfoten um timba und drückte ihn ganz fest an sich …es tat so gut …sie genossen es einfach zusammen zu sein …sie waren für einige stunden einfach nur glücklich …ein kleines paradies tat sich auf …zu schön um nachzudenken …

sonnenschein nahm timba noch einmal fest in ihre katzenpfötchen …drückte ihn sanft …schaute ihm tief in die kugelrunden augen …mhh, timba kleiner drache …du weisst, dass ich wieder gehen muss …

kleine silbrig glänzende tränchen die sie so gerne verborgen hätte, kullerten über ihr süsses katzengesicht und verfingen sich in ihren schnurrhaaren …

sie fuhr fort …kleiner timba, manchmal braucht man eben viel mut um einen traum zu verwirklichen …

timba verstand …sie war eben eine katze …er war ein drache …einer der sogar noch nicht einmal feuer spucken konnte …er wurde sehr traurig …

timba schaute sonnenschein tief und sanftmütig in ihre immer noch glänzenden äuglein …er spürte, dass er sonnenschein jetzt helfen musste …ihm versagten selber die kräfte, aber er musste die passenden worte finden um der kleinen sonnenschein helfen zu können …

was würde shini jetzt an seiner stelle sagen?? …1000ende gedanken schossen ihm durch den kopf …

irgendwie spürte er das shini bei ihm war …sie war irgendwie da …vielleicht war auch sie es, die ihm half jetzt das richtige zu sagen …sie war ja ein zauberin …sie konnte es …

weisst du sonnenschein …vielleicht ist es gar nicht sooo schlimm, dass du jetzt wieder gehen musst …denn was du am liebsten hast, merkst du erst …wenn es nicht mehr da ist …das kann sehr hilfreich sein …

sein kleines drachenherz schlug wie wild …wieviel wollte er sonnenschein noch sagen …es war noch so unendlich viel …

er fuhr fort …sonnenschein sass mit gespitzten ohren vor ihm …timba überlegte …mhh, sagte er …kleine sonnenschein wir sind glücklich …ja, wir sind es …aber das glück besteht nicht immer darin, dass du tun kannst was du willst …und wer glücklich sein will …muss lernen mit dem schmerz umzugehen …

nur wer an die zukunft glaubt …beherrst die vergangenheit …nur wer die vergangenheit beherrscht wird in der gegenwart leben und eine zukunft haben …er sprach wie ein grosser schlauer drache …

sonnenschein war eine schlaue katze …sie wusste nur allzu genau, was timba meinte …

einige minuten der stille traten ein …

zusammen genossen sie wortlos die stille des tages …sahen die wolkenspiele am himmel …beobachteten wie die blätter der nahestehenden bäume sich sanft im wind wiegten …emsige bienen begannen ihr tageswerk …der wald erwachte …das leben ergriff in vollen zügen besitz von ihm …

es war einfach nur schön dem anderen nah zu sein …ohne worte gemeinsam den gedanken freien lauf zu lassen …

beide wussten, dass sie unzertrennbar geworden waren …spätestens jetzt wussten sie es …keine trennung der welt …konnte sie mehr auseinander bringen …

sonnenschein richtete sich auf und drückte den kleinen timba noch einmal an sich …gab ihm einen süssen kuss …

timba …ich werde wiederkommen und wir werden unsere träume verwirklichen …es wird kommen …bestimmt …

timba, ich möchte glücklich sein um glücklich machen zu können …deswegen muss ich jetzt gehen …nur deswegen …

…eine traurige stille trat ein …timba und sonnenschein genossen die letzten umarmungen …

© bei mir

Die Rose der Liebe

Es war einmal ein kleines Mädchen, welches ihr ganzes Leben in großer Armut verbracht hatte, ihre Eltern waren schon lang nicht mehr am Leben, doch rettete sich das Kind mit einer Stelle am altertümlichen Königshof in grauer Vorzeit, in welchem sie als Magd dem eitlen Fürsten dienen musste, um nicht den schrecklichen Hungerstod zu erreichen.
Im hinteren Teil des Königshofes, in dem nicht reges Leben herrschte, sondern viel mehr die Stille regierte, befand sich ein riesiger Garten, über und über von Pflanzen bewachsen, steinerne Wege, welche, nach Gerüchten zu Folge, aus puren Edelsteinen bestehen sollte und allerlei Krabbelgetier. Es war den Bediensteten des Schlosses nicht gestattet, sich in der wenigen freien Zeit, die sie verbrachten, hier aufzuhalten, denn dieses kleine Paradies war lediglich dem Fürsten selbst vorbehalten.
Das kleine Mädchen jedoch, welches von ihrer Großmutter früher den Namen Gabrielle erlangt hatte, wurde im frühen Alter beauftragt, sich um die Pflanzen des Garten zu kümmern, bei denen es sich um keine geringeren handelte, als die Lieblingsblumen des Fürsten persönlich: Rosen. Ja gewiss war der ganze Garten über und über mit leuchtend, roten Rosen bewachsen, hoch, höher rankten sie sich um die Stämme der wenigen Bäume, wuchsen und gediehen. Eine solch hohe Aufgabe wurde gewiss nicht jedem überlassen, dass Gabrielle selbst die Auserwählte der armen Knechtschaft war, hätte sie niemals geglaubt, doch liebte sie die roten Rosen ebenso, wie der große Fürst es tat, immerzu verbrachte sie ihre Zeit unter sonnigem, oder bewölktem Himmel, kümmerte sich um die Pflanzen und sprach sogar zu ihnen, denn sie wurden vom kleinen Mädchen als ihre einzigen Freunde angesehen. Wie auch, sollte sie jemals welche gehabt haben? Seit dem Tod ihrer letzten Angehörigen war sie eben einsam, verschlossen und schüchtern, nie würde sie es wagen, jemand Fremden so einfach anzusprechen.
Die Jahre vergingen und das Mädchen wuchs heran, zu einer jungen, schönen Frau, weiterhin konnte sie nicht ohne die Rosen im Garten sein, sie liebte sie fast, wie eine Familie, die einzigen, die sie verstanden. Doch sollte ihr das Glück nicht mehr lang hold sein.
Eines kalten Tages, nämlich, gelangte die Magd in den Garten und erblickte all die Rosen, mit hängenden Köpfen, erstarrt und erfroren tot und leblos in ihren Beeten, der nächtliche Frost hatte ihnen das Leben ausgehaucht.
Das Mädchen wurde bittertraurig, denn es war an ihr gewesen, ein solches zu verhindern, doch wie sollte es möglich sein? Der Fürst jedoch, der alles aus sicherem Abstand bemerkt hatte, war ein grausamer, egoistischer Mann. Er ließ zum Mittag hin, die arme Magd zu sich rufen, sie abführen, dass sie vor ihm auf die Knie gehen musste und sprach mit strenger, genügsamer Stimme:
„Du hast es zugelassen, dass meine Liebe, meine Pflanzen, meine Rosen sterben, du hast es auf dem Gewissen, dass mein Garten von nun an weder schön, noch prächtig ist. Dafür sollst du bestraft werden, mit diesen Worten sollst du verurteilt sein, zum Tode.“ So sprach’s der böse Fürst und deutete mit seinem beleibten, speckigen Finger auf das zierliche Wesen auf dem Boden vor sich. Die Magd jedoch faltete die Hände, bat und bettelte, ihr das Leben zu lassen, da dies doch das einzige war, was sie noch besaß.
Im Angesicht seines Personals, stand der Fürst nicht gern als Unmensch da, er lächelte jedoch mit einem hinterlistigen Gedanken.
„So sollst du nun noch nicht den Tod finden, denn ich möchte dir eine Möglichkeit geben. Ich werde dir eine Aufgabe stellen, eine Aufgabe, die eines guten Gärtners würdig ist, denn du sollst meine Rosen zum Leben erwecken. Blühen sie wieder am folgendem Tage, wenn die Sonne aufgeht und meine Ländereien in einen samtenen Glanz tauchen, so wirst du frei sein, ist dies jedoch nicht der Fall, so wirst du schon in der Abenddämmerung dem Henker vorgeführt, dass du den schnellen Tod finden wirst.“, so sprach er mit fester, gebieterischer Stimme, als habe er die Macht der Welt in seinem Herzen getragen.
Am Abend saß die Magd im Rosengarten, eine der spärlichen Rosen in der Hand haltend, weinte sie bittere Tränen, wie sollte es möglich sein, eine solch schwere Aufgabe zu lösen? Es war unmöglich, so schloss sie die Augen und bat zu Gott, dass er ihr einen Engel schicken möge, der ihr helfen solle, eine Lösung zu finden, dem Tod zu entrinnen. Stunde um Stunde verging, die pechschwarze Nacht lag über den Hügeln, die abendliche Sonne war schon längst verschwunden, ins Reich der Träume um den Weg der Träumenden zu erhellen, als sich mit einem Mal eine Hand auf die knochige Schulter des armen Mädchens legte.
„Ich kann toten Blumen zwar kein neues Leben schenken, aber ich möchte dir helfen, deines zu retten, frommes Kindlein.“, sprach eine sanfte, mütterliche Stimme hinter ihr. Es war eine hoch gewachsene, wunderschöne Engelsdame, den schlanken Leib eingehüllt in ein helles Gewand und spendete der traurigen Magd Trost und die Liebe, die mit ihr gesandt wurde.
„Oh gütiger Engel, spreche zu mir und sage mir, wie kann ich dem Tod entrinnen?“, fragte die Arme mit hoffnungsvoller Stimme.
„Kind“, erklang es erneut aus der reinen Kehle, „du selbst kannst Teil der Schönheit sein, eine Rose, rein, bescheiden und wunderschön, bewundert und blühend, so lang, bis die Gefahr vorbei ist, als die Rose der ewigen Liebe.“
Lange überlegte die Magd, sie sollte ihre unbeschwerte, geknechtete Jugend hergeben, für dieses trostlose Leben? Es war die letzte Möglichkeit, so willigte sie letztendlich ein. Der Engel hob die Hand, legte sie auf das Haupt der Magd und mit einem Mal spürte das Mädchen die Liebe und Fürsorge, die niemals jemand ihr gegeben hatte, doch nahm ihre Größe ab, ihre Schönheit prägte sich weiter aus, bis wenig später eine hoch gewachsene Rose, blutrot und wunderschön im Beet des königlichen Garten stand und mit einem Mal spürten all die anderen Rosen, welche noch leblos dagelegen hatten, die tiefste Verbundenheit zur Rose der Liebe, welche nun still und stumm wuchs, lebte und blieb, wie sie war. Mit einem Mal hoben all die anderen schönen Roten die Köpfe, als ob sie lächeln würden, wuchsen, die braunen, trockenen Blätter wurden grün und saftig, die schlaffen Blütenblätter rot und kräftig, strahlten ein Licht und eine magische Wärme aus, zum Zeichen der wirklichen Liebe zueinander.
Als der Fürst am nächsten Morgen erwachte, traute er seinen Augen kaum, sein Garten war prächtiger und viel schöner als zuvor, so prächtig, dass er dem hohen Gott persönlich gehören könnte. Als er die Magd rufen lassen wollte, um zu erfragen, wie sie dieses bemerkenswerte Wunder verbracht haben mag, wurde ihm geantwortet, dass das Bett des Mädchens leer, das Zimmer unausgeräumt und das Mädchen selbst verschwunden war. So weit er auch das Land durchstreifen ließ, so wurde das Kind niemals gefunden, nur bemerkte er, als er eines wunderschönen Sommertages durch die Gärten ging, wie viel sie ihm wirklich bedeutet hatte, und fand eine Rose, die so schön war, so stolz und so wunderbar, als wäre sie das Produkt der Liebe persönlich, liebevoll grub er sie aus und stellte sie in seine Kammer. Jetzt erkannte er, dass er die wahre Figur der Rose längst erkannt hatte, dass er ihr schon immer seine Liebe versprochen hatte und er sie ihr niemals wieder sagen würde.